BUNDjugend Hessen  

Aktionstipps

Ihr wollt im Umwelt- und Naturschutz aktiv werden und wisst nicht wie? Oder ihr habt tolle Ideen umgesetzt und wollt andere ermuntern, das auch zu tun?

An dieser Stelle veröffentlichen wir regelmäßig Aktionstipps.
Schickt uns eure Ideen. Wir freuen uns auch über schöne Fotos von euren Aktionen.

Als Einstieg haben wir eine brandneue Broschüre mit Tipps für ein umweltfreundliches Leben. Diese könnt ihr euch hier angucken.

Aktionsleitfaden - jeden Monat einen neuen Aktionstipp

Januar: Diskussionszugfahrt

Wollt ihr unterwegs gerne die Menschen um euch herum auf aktuelle Themen aufmerksam machen, eine Diskussion in Gang bringen und informieren? Wir stellen euch eine lustige Möglichkeit vor, das zu erreichen.

Setzt euch als Gruppe (mit etwas Mut geht es auch zu zweit) in einen Zug, eine S-Bahn o.ä und fangt laut an über ein ökologisches Thema wie Zugfahren, Essen oder TTIP zu diskutieren. Ernst oder lustig, die Diskussion kann auch absurd sein – wichtig ist Aufmerksamkeit der anderen Fahrgäste zu erlangen und diese, wenn möglich, in die Diskussion einzubinden. Wenn es gut läuft, diskutiert bald der ganze Wagen mit – oder es entwickelt sich eine interessante Diskussion mit einzelnen Personen.

Die Aktion bietet sich an, wenn ihr sowieso zusammen irgendwo hinfahrt. Oder ihr macht aus euren Monats-, Jahres- oder Schüler*innen-Ferien-Ticket einfach Polit-Tickets. Oder ihr kauft euch als BUNDjugend-Gruppe ein Regionalticket aus eurer Gruppenkasse.

Ihr braucht in der Regel kein Material, bloß Argumente zu den Themen über die ihr reden wolltund natürlich etwas Grundwissen.

Bitte beachten: Es ist sinnvoll Flyer oder anderes Informationsmaterial dabeizuhaben, falls jemand nach mehr Infos fragt. Dafür und fürs Diskutieren, benötigt man keine Erlaubnis. Wollt ihr allerdings auf die Menschen zugehen, um Flyer zu verteilen, benötigt ihr die Genehmigung der jeweiligen Verkehrsgesellschaft, also vergesst nicht, vorher anzufragen! Außerdem solltet ihr keinen Müll hinterlassen.

 

 

Februar: Kosmetik selber machen

Duschgel, Deo, Seife, Zahnbürste. All das benutzen wir täglich – ganz selbstverständlich und ohne weiter darüber nachzudenken. Vieles in unserem Badezimmer aber ist verpackt in Plastik oder enthält gar Mikroplastik. Die winzigen Plastikteilchen, die kaum größer als 5 mm sind, dienen beispielsweise als Partikel in Peelings oder sollen für ein angenehmeres Hautgefühl sorgen. Das Mikroplastik gelangt dann auf direktem Weg ins Abwasser. Früher oder später landet Plastik damit über die Nahrungskette oder das Trinkwasser wieder in unserem Körper.

Im Internet findet ihr einige Rezepte für selbstgemachte Naturkosmetik. Meist benötigt ihr nur wenige Zutaten.

Creme-Deo

Ihr braucht: 3 EL Kokosöl, 2 EL Natron und 3 Tropfen ätherisches Öl eurer Wahl

So geht‘s: Kokosöl schmelzen und Natron und ätherisches Öl hinzufügen.

 

 

März: Plastikfasten

Die Fastenzeit soll als Zeit genutzt werden mal ganz aktiv und bewusst auf Plastik zu verzichten – in den 7 Wochen bis Ostern.Wie ihr sicher wisst, ist das mit dem Plastik so eine Sache, es belastet das Klima, Ressourcen werden verschwendet und am Ende hat man dann noch das Problem das Ganze ordentlich und umweltverträglich zu entsorgen. Zudem landet ein großer Teil in unseren Meeren!

Also auf geht’s: Egal ob als einzelner Aktiver oder mit eurer BUNDjugend-Gruppe, macht mit! Fangt am Besten mal an eine Liste zu machen was man im Alltag alles konsumiert und wo überall Plastik auftaucht – dann überlegt euch Alternativen und los gehts… Eure Erfahrungen und Aktionen könnt ihr gerne auf Facebook unter #plastikfasten posten!

Hier schonmal ein paar Ideen:

-Stofftaschen und eigene Behälter mit zum Einkaufen nehmen ist ein großer Vorteil

-eine Einkaufsliste im Vorfeld schreiben und sich auch daran halten

-auf den Wochenmarkt, in einen Unverpacktladen gehen hilft den Plastikwahn in der Gemüseabteilung des Supermarkts zu umgehen

 

 

April: Klimawalk

Veranstaltet einen KlimaWalk, z.B. in der Fußgängerzone oder im Einkaufszentrum und macht damit auf den Klimawandel, die Ursachen und Folgen aufmerksam! Ihr macht mit eurer Gruppe einen KlimaWalk, bei dem die Models für die Ursachen und Folgen des Klimawandels stehen. Ein Moderator moderiert und erläutert den inhaltlichen Bezug zum Klimawandel dem Publikum.

Zunächst erarbeitet ihr euch also gemeinsam Rollen, probt den Walk und meldet eure Aktion vorher beim Ordnungsamt oder bei der Polizei an. Gegebenenfalls organisiert ihr Musik und einen Laufsteg (Europaletten, Holzbretter, Pappe, oder einfach mit Kreide aufmalen).

Dann präsentiert ihr eure Models und erklärt dem Publikum, was sie auf dem KlimaWalk sehen.

Beispiele für Models “Klimaretter*innen”:

  • Vegetarier*in
  • Radfahrer*in/Inlineskater*in
  • Energiesparer*in: ausstaffiert mit abschaltbaren Steckerleisten und Energiesparlampen
  • Konsumverweigerer*in: leerer Einkaufswagen oder Einkaufstüte mit Aufschrift wie z.B. „Ich kaufe nichts Überflüssiges.“
  • Ausborger*in/Verleiher*in: indem untereinander Geräte ausgeborgt werden, kann man das Klima schützen, da weniger Produkte hergestellt werden müssen (kann z.B. von zwei Personen dargestellt werden)
  • Demonstrant*in: mit Pappschildern stellt sie/er sich auf den „Walk“ und fordert mehr Klimaschutz ein, z.B. „Stoppt Kohlekraftwerke!“

 

 

Mai: Kreideaktion: Klimaschutz jetzt!

Du möchtest dich gemeinsam mit deiner BUNDjugend-Gruppefürden Klimaschutz undgegenfossile Energien wie Kohle, Öl und Gas einsetzen? Dann haben wir genau den richtigen Einfall für dich: wie wäre es denn mit einerMenschenkette aus Kreide für dich und deine Freunde?

Was benötige ich dazu?

Möglichst viele Leute, Straßenmalkreide, BUNDjugend T-Shirts, Luftballons, passende Flaggen, Schilder mit Botschaften, eventuell ein lustiges Kostüm (Eisbär o.Ä.), eine Kamera/Handy, um Bilder davon zu machen.

Wo kann ich meine Menschenkette zeichnen?

Natürlich benötigst du erstmal einen passenden Untergrund: das kann eine unbefahrene Straße sein, ein großer Platz, eine Fußgängerzone oder ein unbefahrener Parkplatz.

Was muss ich beachten?

Gutes Wetter ist natürlich die beste Voraussetzung für eine gelungene Aktion, denn auf feuchtem Boden lässt es sich nicht gut zeichnen und außerdem ist es nicht schön, sich bei oder nach Regen auf nassen Boden zu legen, um abgezeichnet zu werden.

Wenn du deine Menschenkette auf öffentlichen Plätzen zeichnen willst, musst du das vorher mit dem zuständigen Ordnungsamt abklären, da man solch eine Aktion nicht überall durchführen darf! Außerdem musst du auf öffentlichen Plätzen die Kreidezeichnungen nach der Aktion wieder abwaschen und alle Utensilien aufräumen!

Wofür?

Solch eine Aktion erregtAufmerksamkeit – viele Menschen, die euch beobachten, werden euch nach dem Grund eurer Aktion fragen. Indem ihr ihnen erklärt, warum ihr eine Menschenkette zeichnet, zeigt ihr ihnen, wie wichtig es ist und zugleich so einfach, auf den Klimaschutz hinzuweisen und sich für ihn einzusetzen! Und wenn du die Fotos z.B. auf facebook veröffentlichst, teilst du deine Geschichte noch mit vielen weiteren Menschen!

Natürlich kannst du solch eine Kreideaktion auch zu jedem anderen Thema veranstalten.

 

 

Juni: Palettengarten bauen

Nun ist es ja wohl die eine Sache im Familiengarten ein paar hübsche Pflänzchen, Gemüse und Kräuter auszusäen und zu ziehen, aber was wenn es den nicht gibt, sondern nur einen Balkon? Oder euch eher Urban Gardening vorschwebt, also frisches Grün inmitten der Stadt?! Und was ist wenn ihr etwa nur eine Studentenbude oder -zimmer habt? Dafür gibt es eine wunderbare Lösung, die Upcycling, also das Wiederverwenden und Aufwerten gebrauchter Gegenstände beinhaltet – nämlich einen Palettengarten! Dafür braucht ihr nicht allzu viel handwerkliches Geschick und zunächst, als elemtarer Bestandteil, eine Palette.

Woher nun die Palette nehmen?

Eine solche findet ihr in Baumärkten,  auf e-bay Kleinanzeigen werden sie zudem auch oft kostenlos zum selbst abholen angeboten, in Industriegebieten kann man schauen und in Supermärkten ebenfalls nachfragen.

Hier kommt die ausführliche Anleitung…

Wie aus einer einfachen Palette nun aber ein eigener Kräutergarten werden kann, dazu findetihr im Internet superAnleitungen. Da kann nun wirklich nichts schiefgehen Am Besten startet ihr das Bau/Bastelprojekt als Gruppe, dann geht vieles leichter von der Hand.

Der Bau in groben Zügen erklärt

In groben Zügen funktioniert das Ganze so, dass ihr zunächst die mittleren Bretter der Palette entfernt und dann unter die Querstreben nagelt, sodass schon erkennbare Kästen entstehen. Die müsst ihr dann mit Folie auskleiden, bzw. man kann auch einfach Plastiktüten nehmen (vielleicht alte Einkaufstüten). In die Kästen gibt man dann Tonkügelchen um Staunässe zu vermeiden und packt noch Erde obendrauf – et voila! Farblich kann man die Palette noch etwas veredeln und auch so noch etwas aufhübschen. Zum Schluss befestigt man den “Garten” am Besten, damit auch bei stürmischerem Wetter nichts passiert. So vollendet kann es dann mit dem Bepflanzen und Aussäen losgehen. Wer sät, kann später ernten!

 

 

Juli: Moosgraffiti

Die Idee ist ein nachhaltiges, legales und feinstaubverbesserndes Graffiti zu gestalten. Dafür werft ihr folgende Zutaten in einen Mixer: 3 Tassen Moos, 2 Tassen Buttermilch und 2 Tassen Wasser. Dies sollte zu einer wandfarbeähnlichen Substanz werden, die ihrmit einem Pinsel an freie Flächen malen könnt. Zu beachten sollte sein, dass Moos feuchte Umgebung sucht und nur dort wachsen kann. Auch hierbei solltet ihr bedenken, dass das bemalen von öffentlichen Gebäude oder fremden Eigentum eine Grauzone ist.

 

 

August: Vegane Aufstriche zaubern

Veganismus hat viele Vorteile: wer auf tierische Produkte verzichtet mindert nicht nur das Leid von Tieren in Gefangenschaft sondern trägt auch noch aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei und tut der eigenen Gesundheit etwas Gutes.

Viele Leute können sich jedoch nicht vorstellen, was auf ihr Brot kommt, wenn Wurst und Käse wegfallen. Diese Menschen lassen sich ganz leicht mit einem unserer super leckeren veganen Aufstriche überzeugen!

Auf der Webseite der BUNDjugend Hessen gibt es eine kleineRezeptsammlung mit sieben unserer liebsten Aufstriche – von Hummus über Linsen-Paste bis zum Schoko-Aufstrich ist für jede*n was dabei.Und hier schon mal eins zum ausprobieren:

Zucchini-Aufstrich

Zutaten: 1 große Zucchini,200g Cashewkerne, 1 kleine Zwiebel, Salz, Pfeffer

Zubereitung:Zwiebel und Zucchini klein schneiden und anbraten →Cashews hacken → alles pürieren → mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

 

September: Parking Day

Wie fändest du es ein bisschen Grün und Lebensfreude in das triste Grau der Großstadt zu bringen? Genau das ist das Ziel eines Parking-Days. Da ein Großteil der öffentlichen Flächen durch den Autoverkehr genutzt wird, sollen mit einem Parking-Day Orte, an denen normalerweise Autos parken, zu einem Freiraum, einer kleinen Oase in der großen Stadt verwandelt werden. Diese Idee hat sich weltweit verbreitet und auch schon in vielen deutschen Städten wurden große und kleinere Parking-Days organisiert.

Egal ob nur eine kleine Parklücke verwandelt werden soll, oder ein großes Fest auf einem Parkplatz stattfindet, ein Parking-Day erregt Aufmerksamkeit.
Die „Parks“ laden zum Verweilen ein und schaffen eine angenehme Atmosphäre um in Kontakt mit Passant*innen zu kommen und sich über das Thema auszutauschen. So kann ein Bewusstsein für den großen Autoverkehr in den Städten geschaffen werden.

Hier ein paar Tipps, auf was ihr achten solltet:
1.Sucht euch einen schönen Platz aus, am besten einen Parkplatz, an dem viele Fußgänger*innen durchkommen, der aber trotzdem nicht an einer Hauptverkehrsstraße liegt, damit es auch einladend ist, sich dazuzusetzen.

2.Dann müsst ihr überprüfen wie es rechtlich aussieht. Nicht auf jeden Parkplatz kann man einfach so alles draufstellen, was man möchte. Das ist auch von Region zu Region unterschiedlich. Wenn es z.B. ein Parkplatz ist, bei dem man Park-Tickets lösen muss, reicht es in der Regel aus, wenn ihr einfach für die Dauer der Aktion ein bzw. mehrere Tickets löst und die im Falle einer Kontrolle durch das Ordnungsamt vorzeigt.

  1. Jetzt sind Eure Ideen gefragt, was die konkrete Umsetzung betrifft. Diese kann sehr verschieden aussehen. Z.B. kann eine Parklücke mit Kunstrasen ausgelegt werden, um eine „Park-Atmosphäre“ zu schaffen. Oder ihr verwandelt den Parkplatz in ein Wohnzimmer, in dem mit Teppichen und Sofas ein einladender Platz geschaffen wird.
  2. Mit verschiedenen Angeboten, z.B. Basteln für Kinder oder einem Café kann ein zusätzlicher Anreiz für die Beteiligung an der Aktion geschaffen werden. Im Sommer könnt ihr euch natürlich noch mehr Dinge überlegen, aber auch der Winter hat seine Vorteile. Ihr könnt z.B. den Menschen die vorbei kommen mit einem Becher Tee die Möglichkeit geben sich aufzuwärmen und mit anderen in Kontakt zu kommen.

 

 

Oktober: Veganes Running Dinner

Bei einem Running Dinner werden Teams aus zwei Personen gebildet, entweder macht man das untereinander aus, oder man lost die Teams aus. Jedem Team wird dann ein Gang zugewiesen, entweder Vor-, Haupt- oder Nachspeise.

Der zugewiesene Gang wird bei dem Teamzu Hause gekocht, für die weiteren Gänge ist das Team dann zu Gast bei anderen Teams. Da man praktisch den Ort des Geschehens zu jedem Gang wechselt, kommt also das „running“ zustande.
Über den Abend verteilt, lernt man so bis zu zwölf neue Leute kennen. Ihr könnt das Ganze natürlich auch in einem kleineren Rahmen gestalten und unter euch bleiben.

Ihr könnt das Dinner z.B. mittels Facebookorganisierenund damit auch den Grad der Öffentlichkeit bestimmen, also ob ihr unbekannte Menschen mit am Tisch sitzen haben wollt, oder unter euch sein wollt – oder ob ihr vielleicht eine Kooperation zwischen mehreren BUNDjugend-Gruppen daraus macht!

Zur Vorbereitung müsst ihr zudem die Adressen der jeweiligen Teams koordinieren und Uhrzeiten für die Gänge ausmachen.

Nach dem Dessert ist es sicher schön, sich nochmal an einem Ort gemeinsam zu treffen und sichauszutauschen, dann können alle Teams von ihren Erfahrungen berichten und noch ein bisschen gemeinsam feiern!

 

 

November: Aktionstipp: Kleidertauschparty

Bei sich selbst Platz schaffen und gleichzeitig neue Kleidung oder andere Dinge mit nach Hause nehmen? Das geht – mit einer Tauschparty. Ihr könnt natürlich Kleidung tauschen, aber es gehen auch alle anderen Gegenstände: Bücher, Musikboxen, Pflanzen, Küchengeräte u.v.m.

Und so könnt ihr loslegen:

  1. Einigt euch darauf, was ihr tauschen wollt: Kleidung oder andere Gegenstände.
  2. Überlegt, ob ihr das ganze öffentlich oder privat machen wollt. Bei privat gilt: Wenn ihr einen Ort (z. B. bei jemandem Zuhause) festgelegt habt, solltet ihr entscheiden, wie viele Leute maximal kommen können und ob ihr nur Freund*innen oder auch Leute aus einem größeren Bekanntenkreis einladet. Bei einer öffentlichen Veranstaltung gilt: Meldet diese entweder als politische Aktion – dann am besten mit Reden und Schildern – an, wenn ihr sie draußen machen wollt, oder sucht euch einen Ort, an dem das Tauschen geht: Im Jugendzentrum oder einer BUNDjugend-Geschäftsstelle, an Schule, Uni oder Arbeitsplatz. Ihr könnt auch in einem Café mit Extraraum nachfragen – denn eure Tauschenden wollen vielleicht zwischendrin was essen oder trinken, dass es sich für alle lohnt.
  3. Denkt darüber nach, ob ihr die Anzahl der Teile begrenzen wollt oder die Leute so viele Teile mitbringen können, wie sie wollen. Eine Begrenzung kann sinnvoll sein, da ihr nach der Tauschparty mit den ganzen nicht getauschten Sachen dasteht. Deswegen solltet ihr euch auch überlegen, was ihr damit tun wollt. Fragt am besten schon im Vorfeld bei Kleiderkammern oder Umsonst-Läden an, ob bei denen Bedarf an solchen Überresten besteht.
  4. Legt einen Termin fest. Bei öffentlichen Aktionen: Macht Werbung, damit Leute von eurer Veranstaltung erfahren und sagt auch gern der Presse Bescheid.
  5. Für den Tag des Tauschens ist es gut, an Spiegel und Umkleidekabinen (z.B. aus Stelltafeln oder Vorhängen) zu denken, wenn es eine Kleidertauschparty gibt. Außerdem könnt ihr Schilder vorbereiten, mit denen ihr die Dinge sortieren könnt, z.B. „Schuhe“ oder „Bücher“ oder „Küchengeräte“. Überlegt euch, ob die Personen ihre mitgebrachten Sachen selbst einsortieren sollen oder ob sie die an euch abgeben.

 

 

Dezember: Zeit statt Zeug schenken

Es ist der 24. Dezember, Heiligabend ist nur noch Stunden entfernt, und euch fehlen immer noch Geschenke? Keine Panik: viel persönlicher und nachhaltiger als noch schnell irgendwelchen Kerschel zu kaufen ist doch, etwas tolles mit der beschenkten Person zu unternehmen. Denn oft ist es gerade die Zeit miteinander, die fehlt. Wie wäre es also mit einem Gutschein dafür? Beispielsweise könnt ihr euch beim nächsten Plenum zum gemeinsamen Plätzchen backen oder Geschenkpapier-upcyclen treffen. Wir haben uns auch ein paar Gedanken gemacht. Empfehlenswert finden wir unter anderem:

Reparieren statt neu kaufen
Das funktioniert nicht nur bei Fahrrädern, sondern etwa auch bei vielen elektronischen Geräten. Wenn ihr selbst keine Ahnung habt – wie wäre es mit einem gemeinsamen Besuch im Repair Café?Nicht passiv reparieren lassen, sondern sich das Know-how selbst aneignen. Der BUND hat in Neu-Anpach, Mörfelden-Walldorf und an anderen Orten eigene Repair Cafés. Kommt doch mal vorbei!

Filmabendstatt DVD
Einen guten Film schaut man sich auch mehrmals gern an. Viel mehr Spaß macht es aber, zusammen etwas zu sehen und dann leidenschaftlich drüber zu diskutieren.

Kochabend statt Kochbuch
Ein gemeinsamer Kochabend ist viel schöner und erfahrungsreicher als einfach nur ein Rezept zu verschenken. Gemeinsam Kochen macht Spaß und wenn’s mal Unklarheiten gibt, werden die gemeinsam ausgebügelt. So wird der Abend schon zum Erlebnis, bevor das Essen auf dem Tisch steht!

Ausflug statt Reiseliteratur
Es ist nicht nötig, immer in der Ferne zu schweifen. Auch in der Umgebung lässt sich viel entdecken, und mit Fahrrad oder der S-Bahn ist der eigene Aktionsradius erst recht nicht mehr so eingeschränkt. Das ist nicht nur umweltfreundlicher als eine Fernreise, sondern etwa als gemeinsamer Wochenendausflug problemlos zu realisieren.

 

 

ZUSATZ-BASTELTIPP: Ökokleister selber machen

Nicht nur zum Plakate ankleben, auch für viele tolle Bastelaktionen benötigt ihr Kleister. Stellt für eure nächste Aktion doch einfach mal Figuren aus Pappmaché her! Dafür braucht ihr nur ein paar alte Zeitungen, einen Pinsel, einen Luftballon – und natürlich: Kleister!

Kleister, der extrem gut klebt und dabei noch komplett biologisch abbaubar ist, erfordert weder viel Aufwand noch viel Zeit. Dabei braucht ihr nur folgende Zutaten:  1 Liter Wasser, 300 Gramm Biomehl und 80 Gramm Biospeisestärke. Die Mengen können variieren, je nach Verhältnis wird der Kleister stärker, aber auch undurchsichtiger.    Zur Herstellung schüttet man nun alle Zutaten in einen Topf und verrührt alles, bis es nicht mehr klumpt. Am Ende kocht man den Brei noch einmal auf und fertig ist der Kleister!fzucchi

Warnung: Plakate zu kleistern ist fast überall verboten.Erkundigt euch also vorher, wo es erlaubt ist und holt euch ggf. eine Genehmigung.

Rezeptvorschlag: Rezepte mit Holunder

Mitte Mai fängt der schwarze Holunder mit großen weiß-cremefarbenen Blütendolden an zu blühen. Er ist im phänomenologischen Kalender der Zeiger für den Frühsommer. Der schwarze Holunder ist ein Strauch, der frische, nährstoffreiche Böden liebt. Er wächst an Waldrändern und in Hecken oder Bachsäumen und gerne auch an Schuppen und Gartenhäuschen.

Jetzt kannst du die Blüten für Sirup nutzen oder einfach in Pfannkuchen ausbacken. Für Pfannkuchen nimmst du einfach kleinere, saubere Blütendolden und lässt sie in den noch flüssigen Pfannkuchenteig in der Pfanne versinken. Möglichst mit wenig Stiel, denn den isst du am besten nicht mit und sie stören auch beim Wenden des Pfannkuchens.

Genauso einfach ist es, Holunderblütensirup anzusetzen, probier es auf jeden Fall mal aus:
Du brauchst:
– 40 Dolden
– 2l Wasser
– 2kg Zucker
– 90g Zitronensäure

Die Dolden werden mit Wasser und Zitronensäure 24 Stunden eingeweicht. Dann die Blüten entnehmen und 2 kg Zucker in das Wasser geben und gut umrühren. Einen weiteren Tag stehen lassen, bis sich der ganze Zucker gelöst hat. In Flaschen füllen und gut zudrehen.
Von dem Sirup nimmst du zum Trinken nur einen Schluck in ein Glas und füllt mit Wasser auf. Lass es dir schmecken!

Lecker ist auch die Holunderblüten-Limonade:
Dafür brauchst du:
– 10-12 Holunderblüten-Dolden
– 1 l Wasser
– 1 l Sprudelwasser
– Saft von 2 Zitronen
– ev. Honig

Die Stängel von den Dolden abschneiden und die Blüten in dem Wasser aufkochen, Den Sud abkühlen lassen und durch ein feines Sieb geben. Mit Zitronensaft und Honig abschmecken und je nach Geschmack Mineralwasser zugeben. Fertig ist die Limonade!

Übrigens eignen sich Holunderblüten auch gut für einen Erkältungstee. Dazu die Blütendolden ernten und in kleinere Döldchen auseinanderzupfen und ausgebreitet (z.B. auf einem Geschirrtuch) einige Tage trocknen lassen. Sind sie ganz trocken, können sie in einer (Blech-)Teedose für die Erkältungszeit aufbewahrt werden. Zusammen mit Lindenblüte und/oder Salbeiblättern kurbeln sie bei einer beginnenden Erkältung das Immunsystem an, da sie schweißtreibend wirken.

Du solltest übrigens keinesfalls alle Blütendolden von einem Strauch pflücken, denn auch aus den Beeren lassen sich ab August leckere Marmeladen, Suppen und Säfte zubereiten. Außerdem sind sie bei den Vögeln als Nahrung beliebt.

Rezeptvorschlag: Rezepte mit Giersch

Mai – Zeit für Giersch

Jetzt ist Zeit, Giersch, genauer gesagt, den Zaungiersch zu leckeren Rezepten zu verarbeiten.

Zaungiersch findest du (zum Leidwesen der Gärtner) in Gärten, an Zäunen und Säumen und auch an Bachufern, denn er mag es nährstoffreich und feucht. Da er gerne entlang von Wegen wächst, musst du bei den Sammelstellen darauf achten, dass es keine „Hundeklos“ sind. Der Giersch treibt ab April seine Blätter aus, die Blütenstände folgen im Mai, er blüht von Juni bis August. Der Giersch gehört zu den Doldenblütlern, d.h. hat viele kleine weiße Blüten, die zu einer Scheibe zusammenstehen. Erkennen kannst du ihn an den hellgrünen, dreigeteilt gefiederten Blättern, die jedes für sich nochmal dreigeteilt sind, wobei diese Dreiteilung nicht immer vollständig ausgebildet ist, sondern die Blättchen noch ein bisschen verwachsen sind. Daher hat der Giersch auch seinen lateinischen Namen: Aegopodium, die Ziegenklaue. Durch kleine weiße knollenartige Ausläufer breitet sich der Giersch aus, im Garten lässt er sich nicht durch Hacken sondern besser durch Essen dezimieren.

Denn Giersch ist gesund und lecker. Er enthält Vitamin C, Provitamin A, Eiweiß und Mineralstoffe und macht sich gut in Kräuterquark, Salaten, als Wildgemüse oder in Limonade.

Gurkensalat mit Giersch und Gundermann

1 Handvoll junge Gierschblätter, Gundermannblättchen von der Spitze von 3-4 Ranken, 1 Salatgurke, 2 Äpfel, 1 kleine Zwiebel, 3 EL Sojasahne, 3 EL Apfelsaft, 2 TL Zitronensaft, Salz, Zucker

Gurke, Äpfel und Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Gewaschene Gierschblätter von den Stängeln zupfen und die Blätter grob schneiden. Gundermann-Blättchen waschen und sehr fein hacken. Sojasahne, Apfelsaft und Zitronensaft (alternativ: Apfelessig) verquirlen, Gundermann zugeben und mit Salz und Zucker abschmecken. Giersch mit allen anderen Zutaten vermischen und die Sauce darüber gießen.

Gundermann findet sich oft in Gesellschaft mit Giersch und ist ein kleiner Lippenblütler mit violetten Blüten und glänzenden rundlichen Blättern.

Gierschlimonade

10 Blätter Giersch, 1 l naturtrüben Apfelsaft, ½ Flasche Mineralwasser, Saft einer Zitrone

Den Giersch an den Stielen zusammenbinden, den Kräuterstrauß in den Apfelsaft hängen und kräftig drücken, kühl stellen. Nach mindestens 3 Stunden (er darf auch über Nacht stehen) den Strauß herausnehmen, ausdrücken und Zitronensaft und (Mineral)wasser dazu geben.
Du kannst den Giersch mit einem Stängel Gundermann und/oder Pfefferminze anreichern und so das Aroma variieren.

Aktionstipp: Fitnesstraining im Alltag

Etwas für die Gesundheit und gleichzeitig für die Umwelt tun – das geht sehr gut. Mit dem Plogging haben wir bereits ein Beispiel gebracht. Aber auch das Fahrrad muss nicht nur zum eigenen Training benutzt werden. Einkäufe und Transporte fast jeder Art lassen sich ausgezeichnet mit dem Fahrrad erledigen. Ihr braucht gute Fahrradtaschen und/oder einen Fahrradanhänger. Da ihr mit Fahrradanhänger auffallt, könnt ihr das sogar noch mit Botschaften verknüpfen (z.B. die Klimaschutzpappen des BUND an die Räder montieren). Und das mit den Fahrradtransporten sollten wir auch „nach Corona“ beibehalten, weil die Klimakrise gibt es ja auch noch…

Aktionstipp: Blühflächen

Geh doch mal raus und mach deine Gegend bunter!
Jetzt Anfang Mai ist die optimale Zeit, Blühmischungen auszubringen. Gerade wenn der Boden durch Regen gut feucht ist, hat die Saat Chancen aufzugehen.
Oft werden ja Samenbomben zur Begrünung empfohlen, doch der Erfolg ist ungewiss. Das Saatgut braucht zum Keimen guten Bodenanschluss, sollte also nicht nur locker aufliegen und muss sich eventuell gegen schon vorhandene Konkurrenz durchsetzen.
Besser ist es, den Boden zu jäten und zu lockern und ein feinkrümmeliges Saatbeet herzustellen, in das das Saatgut dann eingeharkt wird. Oft sind dies geringe Mengen, weil die Saat ganz fein ist. Um sie gleichmäßig auf die Fläche verteilen zu können, ist es daher wichtig einen Füllstoff dazu zu mischen, hier kannst du z.B. feinen Sand aus dem Sandkasten, Sägespäne oder Gries nehmen.
Beim Saatgut musst du darauf achten, dass keine gefüllten und möglichst wenig Kulturarten (wie z.B. Sonnenblumen), sondern möglichst Wildpflanzen enthalten sind. Gefüllte Blüten geben Insekten keinen Pollen und Nektar, Kulturarten werden zwar gerne besucht, können sich aber auch unerwünscht ausbreiten (Lupinen). Bei den Wildpflanzen ist darauf zu achten, dass es Saatgut aus der Region ist, sogenanntes Regio-Saatgut, das bei Begrünungen im Außenbereich außerhalb der Siedlungen sowieso vorgeschrieben ist. Es enthält nur Saatgut, von Pflanzen, die auch in der Region vorkommen und kann z.B. über Rieger und Hoffmann bezogen werden. Weitere Blühmischungen hat die Bingenheimer Saatgut AG im Angebot.
Meist sind in den Saatmischungen ein- und mehrjährige Pflanzen vorhanden. Die einjährigen vermehren sich von Jahr zu Jahr durch Samen, die mehrjährigen sind oft ausdauernde Stauden, die über mehrere Jahre wieder kommen. Dadurch verändert sich im Laufe der Jahre die Artenzusammensetzung der Blühfläche. Möchtest du wieder mehr einjährige Kräuter, so machst du einfach eine Fläche frei von Aufwuchs und säst z.B. Mohn neu ein.
Platz ist überall! Auf den Bildern siehst du eine (als Parkplatz missbrauchte) kleine Ecke vor einem Wohnhaus, die nach der Ausbringung der Saat jetzt praktisch das ganze Jahr über blüht!


Die Pflege einer solchen Fläche ist auch relativ einfach. Du solltest darauf achten, dass sich nicht zu viel Gras oder Löwenzahn oder andere konkurrenzstarke „Unkräuter“ einmischen, d.h. ab und zu ein bisschen jäten. Hier hast du in der Hand, welche Arten du fördern oder eindämmen möchtest. Etwa zweimal im Jahr kannst du einen Schnitt machen, am besten im Spätsommer (Ende Juli – August), wenn die meisten Pflanzen verblüht sind und Samen gebildet haben, so dass die Chance auf einen zweiten Wuchs und Blühphase im September/Oktober besteht. Die abgetrockneten Stängel dürfen bis zum nächsten Frühjahr stehenbleiben und werden abgenommen, wenn das neue zarte Grüne von unten hochkommt. Die trockenen Stängel können in der Nähe als Reisighaufen oder als Insektennisthilfe ein weiteres Leben führen.

Aktionstipp: Nistkastenbau

Frühling – da suchen die Vögel Nistmöglichkeiten und freuen sich, wenn wir ihnen in unserer sonst oft ausgeräumten Landschaft Nisthilfen zur Verfügung stellen. So ein Nistkasten ist schnell gebaut. Baupläne gibt es reichlich im Internet – ebenso Anleitung zum richtigen Aufhängen. Auch alte, unbehandelte Bretter lassen sich dafür gut verwenden.
Nicht vergessen: im Spätherbst/Winter den Nistkasten leeren, damit er für die nächste Saison wieder sauber ist.

Aktionstipp: Plogging

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Plogging – Zusätzlicher Trainingseffekt beim Joggen! Der Begriff „Plogging“ stammt wie auch der Trend selbst aus Schweden: Er setzt sich aus dem schwedischen Wort „plocka“ (sammeln, suchen oder aufheben) und „Jogging“ zusammen. Plogging hat dabei nicht nur für die Umwelt einen positiven Effekt, auch der Jogger selbst profitiert: Durch das regelmäßige Beugen, Aufrichten und Aufheben werden zusätzliche Muskelgruppen trainiert. Große Städte wie Stockholm haben in der Regel ein gut ausgebautes Müllentsorgungssystem und eine effektive Müllabfuhr. Trotzdem lässt sich Abfall auf den Straßen kaum vermeiden. Plogging ist eine gute Möglichkeit, gegen den liegengebliebenen Müll vorzugehen – nicht nur in Städten, sondern auch in ländlichen Regionen.

Aktionstipp: Kompost selber machen

Kompost wird auch „das Gold des Gärtners“ genannt. Kompost ist nämlich wegen seines hohen und ausgewogenen Nährstoffgehalts ausgesprochen wertvoll für die Pflanzenernährung im Garten. Durch die Verrottung der organischen „Abfälle“ entsteht Humus, und der enthält nicht nur viele, sondern auch sehr verschiedene Nährstoffe und Spurenelemente. Außerdem hilft Kompost bei der Bodenverbesserung von sehr lehmigen (schweren) Böden ebenso wie von sandigen (leichten) Böden.

Beim Kompostieren hat wohl jede*r Gärtner*in eine eigene Philosophie. Wichtige Voraussetzungen für gutes Gelingen sind jedoch immer:

  • ein halbschattiger, kühler Ort, damit der Komposthaufen nicht austrocknet
  • eine gute Durchlüftung des Komposthaufens, die man durch eine luftige Einfassung erreichen kann (z.B. mit einer Bretterkonstruktion). Dies schafft gute Bedingungen für unsere kleinen Helfer, den zahlreichen Bodentierchen, die entscheidend am Verrottungsprozess mitwirken.
  • gute Bedingungen für die Verrottung, indem man die organischen Abfälle gut zerkleinert und durchmischt.

Wichtig ist ein gutes C:N-Verhältnis, also das Mischungsverhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff. Schneidet man z.B. im Frühjahr viele abgestorbene Pflanzenteile herunter, sollte man zwischen den trockenen Lagen im Kompost immer auch grünes Pflanzenmaterial einschichten. Wer Kaffeesatz, Eierschalen und natürlich ungekochte Gemüseabfälle hat, wertet seinen Kompost zusätzlich auf. Bei solchen „Zutaten“ sollte man unbedingt auf biologische Herkunft achten, denn Gifte aus Spritzmitteln an Obst und Gemüse, wie sie im konventionellem Anbau üblich sind, können sich im Humus anreichern und würden in unser selbst gezogenes Gemüse übergehen.

Kompostieren braucht viel Zeit. Bis aus einem Berg Gemüseabfällen, angefaulter Äpfel, Grasschnitt, trockenen Stängeln, Eierschalen, Kaffeesatz und gejäteten Pflanzen fruchtbarer Humus entsteht, kann schon mal ein Jahr vergehen. Sind auch verholzte Pflanzenteile im Kompost, dauert es länger. Durch den Verrottungsprozess fällt der Komposthaufen völlig in sich zusammen und verändert nach und nach Farbe, Struktur und Geruch. Eine echte Metamorphose!

Reifer Kompost duftet nach fruchtbarer Erde und ist immer noch von zahlreichen Tieren wie Asseln (s. Foto), Huntertfüßern und Regenwürmern besiedelt – ganz zu schweigen von all den winzigen Springschwänzen und Einzellern in der Bodenfauna.

Kompostieren geht auch schon mit nur einem Kompostkasten. Im Frühjahr kann man ihn komplett entleeren und evtl. sieben. Die groben Bestandteile schüttet man zurück in die Kompostkiste. Den reifen Kompost verteilt man auf den Beeten. Auch halb verrotteter Kompost wird im Garten gebraucht, z.B. zum Düngen von Rhabarber (s. Foto).

Probiert es mal aus und macht euer eigenes Gold!

Aktionstipp: Bärlauchpesto

Hast du gerade viele Nudeln zu Hause und bist auf der Suche nach einer Abwechslung bei der Soße? Dann kommt das Bärlauch-Pesto gerade richtig, regional und saisonal und ganz einfach zu machen. Du brauchst:

  • 10-12 Bärlauch-Blätter
  • 100g Walnüsse gerieben
  • 100g (veganen) Käse gerieben
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Die Walnüsse knacken und schälen, dann fein reiben (es eignet sich z.B. eine Kurbelreibe), den Käse ebenfalls fein reiben. Die Bärlauchblätter gut waschen, die Blätter in feine Streifen schneiden und dann möglichst fein mit einem Wiegemesser hacken. Alles zusammen mischen, etwas Olivenöl dazu geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dieses Rezept ergibt knapp ein Weckglas voll Pesto. Du kannst es in dem Glas so auch einfrieren (1-2 cm Rand zum Deckel lassen). Es läßt sich von den Mengenverhälnissen beliebig variieren, es reichen aber relativ kleine Mengen Bärlauch, weil er einen intensiven (Knoblauch-)geschmack entfaltet.

Bärlauch bekommst du im März/April auf dem Wochenmarkt oder gut sortierten Gemüseabteilungen von Bioläden. Oder du hast eine schattige Ecke unter einem Baum im Garten, wo der Bärlauch wachsen kann, auch Topfkultur ist möglich. Bärlauch liebt frischen Boden, d.h. humos, nährstoffreich und feucht. Entsprechend kannst du ihn im Wald zwischen März und Mai unter Buchen im sogenannten Waldmeister-Buchenwald vorfinden, gerne zusammen mit Buschwindröschen. Er hat 2-3 lanzettliche, gestielte Blätter mit parallelen Blattnerven, die beim Reiben nach Knoblauch riechen. Die Blattunterseite ist matt. Er blüht von April bis Mai mit einem doldenförmigen Blütenstand und sternförmigen weißen Blüten. Verwechselungsgefahr besteht mit dem Maiglöckchen, das stark giftig ist. Es blüht etwas später als der Bärlauch, von Mai bis Juni mit den typischen weißen (Mai-)glöckchen. Die Blätter sind an der Basis oft etwas breiter und ohne Stiel und auch auf der Unterseite glänzend. Beim Pflücken darauf achten, dass du die Bestände nicht zertrampelst und keine ganzen Pflanzen, sondern nur einzelne Blätter entnimmst, damit das Vorkommen auch für die Zukunft bestehen kann.

Beobachtungstipp: Die Natur im Jahresverlauf

Das Jahr schreitet fort, der Frühling beginnt, immer mehr Vögel kommen aus dem Süden zurück und immer mehr Pflanzen blühen. Das tun sie nach einer festen Reihenfolge, so sehen wir schon früh die Schneeglöckchen, während die Rosen ab Juni und der Efeu im Oktober blüht. Das hängt von Temperatur und Tageslänge ab und so kann im Jahresverlauf der Blühbeginn charakteristischer Pflanzen für die Einteilung des Jahres in Jahreszeiten genutzt werden. So blüht im Moment die Forsythie (https://www.dwd.de/DE/leistungen/phaeno_akt/phaenoakt.html) und zeigt den Frühlingsbeginn (Erstfrühling) an, Anfang Mai beginnt mit der Blüte des schwarzen Holunders der Frühsommer.

Natürlich ist der Blühbeginn von der Region und dem Klima abhängig. Während am Bodensee schon alles blüht, zieht der Frühling in Kiel erst 3 Wochen später ein. Doch auch der Klimawandel hinterlässt Spuren bzw. kann anhand dieses Blühkalenders nachgewiesen werden. So blüht die Hasel immer früher im Jahr, oft schon im Januar, sehr zum Leidwesen der Pollenallergiker*innen und auch das Ende verschiebt sich nach hinten. Die Bäume, z.B. die Stieleiche, werfen später im Jahr die Blätter ab. Damit verlängert sich die Vegetationsperiode, d.h. die Zeit in der Pflanzen aktiv sind und CO2 aus der Luft binden. Es hat aber auch Nachteile, weil die Winterruhe verkürzt wird oder wegfällt und viele Schädlinge so überleben können.
Dies alles wird von vielen ehrenamtlichen Helfer*innen für den Deutschen Wetterdienst zusammengetragen und ist dort nachzuschauen: https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv2=101996&lv3=102054

Auch du kannst bei dir in der Umgebung beim Spaziergang den Blühbeginn der Leitpflanzen beobachten und zusammenstellen. Stimmt es mit den Beobachtungen des Wetterdienstes überein? Welche anderen Pflanzen blühen gleichzeitig? Wie ist das Wetter, d.h. Temperatur, Niederschlag, Sonnenscheindauer? Und sicher stellen sich noch viel mehr Fragen, denen du nachgehen kannst. Deine Ergebnisse und Erforschungen kannst du besonders gut in einem Naturtagebuch festhalten. Fang doch gleich mit einem an!

Rezeptvorschlag: Veganes Spinat-Kichererbsen-Curry

Heute gibt es mal einen leckeren Rezeptvorschlag in Zeiten von Corona.
Sind alle Nudeln im Supermarkt ausverkauft? – Dann probiere doch mal ein veganes Spinat-Kichererbsen-Curry aus!!
Was du brauchst (für 2 Personen):

  • 1 Zwiebel
  • Ungefähr 150g Kichererbsen
  • 1 EL Currypulver
  • 100ml Gemüsebrühe
  • 250g Blattspinat
  • Salz und Pfeffer

Bevor du anfängst solltest du daran denken den Spinat (falls es sich um tiefgekühlten handelt) frühzeitig raus zu tun und die Kichererbsen (falls es trockene sind) über Nacht in Wasser einzuweichen. Bevor du sie verwendet solltest du sie nochmal 15-20 Minuten bei mittlerer Hitze kochen.
Los geht’s: Schneide die Zwiebeln in kleine Stücke und brate sie glasig an. Füge die Kichererbsen und das Curry hinzu und brate alles nochmal kurz an. Gemüsebrühe hinzu schütten und alles 5 Minuten köcheln lassen. Den Blattspinat oder Rahmspinat (Alternative für die Nicht-Veganer*innen) dazu geben und bei schwacher Hitze nochmal 5 Minuten köcheln lassen. Anschließend das Curry noch mit Salz und Pfeffer würzen. Fertig ist das super gesunde Curry, welches du gut als Beilage zu Reis essen kannst oder auch einfach so, ohne Reis.
Guten Appetit!

Aktionstipp: Keimlinge und Sprossen

Stelle dir selbst dein Power-Food her – regional, saisonal, bio und unverpackt.
Am besten nutzt du dafür Keimlingsschalen (gibt es schon für wenige Euro, es geht aber auch mit einem Einmachglas und Sieb/Fliegengitter) und kaufst Keimlings-Saatgut in Bioqualität.
4-6 Tage lang brauchst du nichts weiter machen, als täglich 2-3 mal zu wässern und danach kannst du es dir schmecken lassen … auf Brot, im Salat oder einfach so.
Teste auch verschiedenes Saatgut oder Mischungen (Alfalfa, Mungobohne, Radieschen, Linsen, Rettich, …).


Sprossen und Keimlinge werden immer noch unterschätzt – dabei sind sie wahre Kraftpakete. Ihre hohe Konzentration an Vitaminen und Mineralstoffen übersteigt diejenige von ausgewachsenen Pflanzen meist um ein Vielfaches.

Aktionstipp: Vegane Aufstriche und Pflanzenmilch zaubern

Veganismus hat viele Vorteile: wer auf tierische Produkte verzichtet mindert nicht nur das Leid von Tieren in Gefangenschaft sondern trägt auch noch aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei und tut der eigenen Gesundheit etwas Gutes.

Viele Leute können sich jedoch nicht vorstellen, was auf ihr Brot kommt, wenn Wurst und Käse wegfallen. Diese Menschen lassen sich ganz leicht mit einem unserer super leckeren veganen Aufstriche überzeugen!

Hier haben wir eine kleine Rezeptsammlung mit sieben unserer liebsten Aufstriche – von Hummus über Linsen-Paste bis zum Schoko-Aufstrich ist für jede*n was dabei.

Außerdem erfährst du hier, wie du Pflanzenmilch selber machen kannst.

Aktionstipp: Mach mal grün!

Hast du dir schon mal Gedanken gemacht über die Luft, die du atmest? In der Stadt ist es offensichtlich, dass es damit Probleme gibt, denn es riecht oft nach Abgasen. ABER: Wusstest du, dass auch auf dem Land und in Wohnräumen zahlreiche Schadstoffe unterwegs sind?

Warum ist das so, woher kommt das?

Nennen wir die Schadstoffe erstmal beim Namen: Sie heißen Ammoniak, Benzol, Formaldehyd, Trichlorethen und Xylol. Auf der Straße finden wir bspw. Benzol und Xylol aus den Autoabgasen. Formaldehyd wiederum ist die häufigste Substanz in geschlossenen Räumen. Es steckt in: Möbeln, Plastik, Isolierungen, Nagellack und vielem mehr. Büros haben ein Luftproblem durch Druckeremissionen (Benzol und Xylol). Ammoniak dagegen kommt, durch die Gülle, nahezu nur auf dem Land vor.

Was kann man, was kann ich dagegen tun?

Am besten wäre es natürlich, wenn die Verursacher so gut, wie möglich vermieden werden. Gegen die große Straße vor der Haustür sind die Handlungsmöglichkeiten allerdings sehr begrenzt.

Bestimmte Pflanzen können die Luft verbessern:

Zumindest in privaten Räumen kann man sich ohne weiteres mit speziellen Pflanzen behelfen. Die meisten davon sind gängige Zimmerpflanzen, die NASA hat in einer Studie die Filterfähigkeit verschiedener Pflanzen untersucht, um die Luft auf Raumstationen zu verbessern. Jene Pflanzen nehmen die Schadstoffe über die Spaltöffnungen ihrer Blätter auf, wo sie entweder vor Ort über Enzyme zersetzt, oder über die Wurzeln in die Erde transportiert werden, wo Mirkroorganismen sie unschädlich machen.

Im Büro von BUND und BUNDjugend haben wir diese Aktion in Form meines FÖJ-Projekts schon umgesetzt. Denn trotz biologischen Bewusstseins unserer Mitarbeiter*innen, brauchen auch wir beispielsweise einen großen Drucker. In unserem Drucker- und Serverraum steht nun, als Konsequenz daraus, ein Regal mit pflanzlichen Luftreinigern. Für das Projekt habe ich diese Pflanzenliste zusammengestellt. Dort könnt auch ihr nachschauen, welche Pflanze gegen welchen Schadstoff hilft und euer Zimmer ein Stück grüner und gesünder machen!

 

Aktionstipp: Zeit statt Zeug schenken!

Es ist der 24. Dezember, Heiligabend ist nur noch Stunden entfernt, und euch fehlen immer noch Geschenke? Keine Panik: viel persönlicher und nachhaltiger als noch schnell irgendwelchen Kerschel zu kaufen ist doch, etwas tolles mit der beschenkten Person zu unternehmen. Denn oft ist es gerade die Zeit miteinander, die fehlt. Wie wäre es also mit einem Gutschein dafür?

Ausgerechnet eine Werbeagentur hatte diese Idee auch schon und die Seite Zeit statt Zeug ins Leben gerufen – mit einigen Ideen, wie materielle Geschenkideen in Anlässe für gemeinsame Unternehmungen umgewandelt werden können. Wir haben uns auch ein paar Gedanken gemacht. Empfehlenswert finden wir unter anderem:

Reparieren statt neu kaufen
Das funktioniert nicht nur bei Fahrrädern, sondern etwa auch bei vielen elektronischen Geräten. Wenn ihr selbst keine Ahnung habt – wie wäre es mit einem gemeinsamen Besuch im Repair Café? Nicht passiv reparieren lassen, sondern sich das Know-how selbst aneignen. Der BUND hat in Neu-Anpach, Mörfelden-Walldorf und an anderen Orten eigene Repair Cafés. Das Repair Café in Frankfurt-Sachsenhausen betreibt die BUNDjugend selbst. Kommt doch mal vorbei!

Kinoabend mit Freunden
Einen guten Film schaut man sich auch mehrmals gern an. Viel mehr Spaß macht es aber, zusammen etwas zu sehen und dann leidenschaftlich drüber zu diskutieren.

Kochabend statt Kochbuch
Ein gemeinsamer Kochabend ist viel schöner und erfahrungsreicher als einfach nur ein Rezept zu verschenken. Gemeinsam Kochen macht Spaß und wenn’s mal Unklarheiten gibt, werden die gemeinsam ausgebügelt. So wird der Abend schon zum Erlebnis, bevor das Essen auf dem Tisch steht!

Ausflug statt Reiseliteratur
Es ist nicht nötig, immer in der Ferne zu schweifen. Auch in der Umgebung lässt sich viel entdecken, und mit Fahrrad oder der S-Bahn ist der eigene Aktionsradius erst recht nicht mehr so eingeschränkt. Das ist nicht nur umweltfreundlicher als eine Fernreise, sondern etwa als gemeinsamer Wochenendausflug problemlos zu realisieren.

Aber am besten ist es natürlich, wenn ihr eure Zeit-statt-Zeug-Idee an der Person ausrichtet, die ihr beschenken wollt. Dann macht die gemeinsame Unternehmung umso mehr Spaß!

DIY-Tipp: Geschenkpapier upcyceln

Weihnachten steht schon wieder vor der Tür, und vielleicht hast auch du keine Lust mehr auf den alljährlichen Weinachtsgeschenke-Kaufmarathon und Konsumwahn. Auf gekaufte Geschenke kann man eigentlich getrost verzichten und stattdessen Selbstgemachtes verschenken. Das ist eine ganz tolle Sache – schließlich macht es eine Menge Spaß, die Geschenke zu machen!

Fehlt nur noch eine passende und schöne Verpackung. Aber gerade Geschenkpapier muss nicht neu gekauftes sein. Stattdessen kann man „Altpapier“ upcyceln: Dafür bieten sich neben der klassischen Zeitung auch schöne Fotos oder Bilder aus Zeitschriften oder alten Kalendern an. Notenpapier, das nicht mehr gebraucht wird, sieht auch sehr hübsch aus. Auch alte Landkarten machen etwas her. Natürlich kann man auch einfach unbedrucktes Papier benutzen, das man dann ganz nach Geschmack mit Buntstiften, Wasserfarben usw. bemalt oder bedruckt. Eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß beim Ausprobieren!