Naturschutztipps für den Frühling
Wir erklären euch, welche Pflanzen und Materialien ihr auf dem Balkon oder im Garten am Besten nutzt und was ihr sonst beachten müsst.
So unterstützt du mit deinem Balkon oder Garten die heimischen Arten.

Die Auswahl der richtigen Pflanzen
Um Insekten ganzjährig mit Nahrung zu versorgen, sollten Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten gepflanzt werden. So eignet sich zum Beispiel eine Kombination aus Frühblühern wie Schneeglöckchen und Krokussen und Herbstblumen, also zum Beispiel Astern oder die Fetthenne.
Damit auch Bienen von eurer Bepflanzung profitieren, solltet ihr Pflanzen mit gefüllten Blüten vermeiden. Diese besitzen nämlich häufig weder Nektar noch Pollen und sind damit keine Nahrungsquelle für die Insekten. Beispiele für bienenfreundliche Pflanzen sind Kornblumen, Lavendel, Salbei und Thymian. Damit sorgt ihr gleichzeitig noch für einen angenehmen Duft auf eurer Fensterbank.
Wenn ihr schon ein paar Pflanzen für Bienen im Repertoir habt, lohnt es sich, auch Blumen zu pflanzen, die Schmetterlinge gerne haben. Hier könnt ihr zum Beispiel auf Bartblumen, Blaukissen oder Flammenblumen setzen.

Materialien
Mit der Gestaltung eures Balkons oder Gartens könnt ihr Insekten auch bei der Unterkunftssuche helfen. Wenn ihr viel Zeit habt und Spaß am Handwerken, dann könnt ihr euch an den Klassiker wagen: Den Bau eines Insektenhotels. Diese Nisthilfe könnt ihr ganz nach eurem Bedarf bauen, also zum Beispiel auch als Mini-Version für eure Fensterbank. Hier findet ihr eine ausführliche Anleitung und Tipps zum Bau.
Falls ihr nicht so viel Zeit investieren wollt, dann reicht es auch, markhaltige Stängel von Brombeere oder Holunder in Blumenkästen oder direkt in die Erde in eurem Garten zu stecken. Auch diese dienen Wildbienen als Nistmöglichkeit.
Mauerbienen wiederum tut ihr etwas gutes, wenn ihr eine Schale mit feuchtem Lehm vor die Tür stellt. Die Bienen, aber auch andere Insekten, nutzen das Material zum Bau ihrer Nester.
Ein weiterer Tipp, um Insekten zu schützen: Warmweißes Licht für die Beleuchtung vor dem Haus benutzen und es gezielt nach unten richten. Das ist wichtig für nachtaktive Tiere.

Gartenpflege
Ordnung muss sein? Das gilt nicht, wenn es darum geht, den Garten im Frühling tierfreundlich zu gestlaten! Zweige, Halme, Blätter, Moos und weiteres loses Naturmaterial sind wichtige Utensilien für die Nistplätze von Vögeln. Hier kann also durchaus mal etwas mehr liegengelassen werden. Außerdem befinden sich Igel noch bis Ende April im Winterschlaf. Wenn das ganze Laub im Garten früh weggefegt wird, dann werden die Tiere zu früh geweckt.
Sobald die Vögel ihr Nest gebaut haben und in Ruhe nisten, sollten sie dabei natürlich nicht gestört werden. Deswegen sind umfangreiche Schnittmaßnahmen an Hecken und Sträuchern von März bis Oktober naturschutzrechtlich verboten.
Wir wünschen euch ganz viel Spaß dabei, ein paar unserer Tipps umzusetzen. Falls ihr eigentlich richtig motiviert seid, aber keinen eigenen Garten habt, dann schaut doch mal bei eurer BUND- oder BUNDjugend-Gruppe vor Ort vorbei. Diese haben häufig ein kleines Grundstück, das sie gemeinsam pflegen.
Quellen: WWF Jugend, BUND, Umweltinstitut München