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Plastikmüll in unseren Meeren – ein Überblick

Aktionstipp,  Nachhaltigkeit,  Naturschutz

Rund 100 Mio. Tonnen Plastikmüll schwimmen in unseren Weltmeeren, also etwa 1.3 Mio. Plastik-Blauwale.
Einen Überblick über den Umfang, die Entstehung und Auswirkungen bekommt ihr in diesem Artikel.

Der Plastikmüll in den Ozeanen ist eine Form von Umweltverschmutzung, die trotz ihrer verheerenden Folgen schnell in den Hintergrund gerät. Inzwischen schwimmen insgesamt rund 100 Mio. Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren, also in etwa 1.3 Mio. „Plastik-Blauwale“. Dieser Plastikmüll schadet der Umwelt auf unterschiedlichste Weise.

Einen Überblick über den Umfang, die Entstehung und Auswirkungen bekommt ihr in diesem Artikel von unserer Praktikantin Rachel Gaultney.

Die Plastikwirtschaft ist zur Zeit noch eine typische „Linearwirtschaft“. Linear, weil der Lebensweg von Plastik einer Linie gleicht, die im Abfall endet, anstatt einen Kreislauf zu bilden. Tatsächlich werden nur zwei Prozent der jährlichen Plastikproduktion zu einem Produkt gleicher Qualität recycelt.

Die Partikel in den Ozeanen werden in zwei Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe besteht aus dem sogenannten primären Mikroplastik. Dabei handelt es sich um Mikroplastik, das absichtlich in Partikelform produziert wurde und Produkten hinzugefügt wird. Die zweite Gruppe macht das sogenannte sekundäre Mikroplastik aus. Es entsteht durch die Degradation von größeren Plastikteilen.

Die Plastikbestandteile schwimmen an der Meeresoberfläche und sammeln sich zum Teil in von der Strömung gebildeten Wirbeln. An diesen Stellen entsteht eine starke Verdichtung. Die größte Verdichtung ist der sogenannte “Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik.

Bereits die kleinsten Plastikteilchen haben verheerende Auswirkungen. Zum Einen nehmen Meeresbewohner*innen, besonders wirbellose Tiere wie Wattwürmer oder Seegurken, die Plastikteile häufig mit der Nahrung auf. Dadurch gelangen sie auch in die Nahrung anderer Lebewesen, wie zum Beispiel des Menschen. Die Aufnahme ist problematisch, da Plastikteile giftige Chemikalien enthalten und Gesundheitsprobleme wie Krebs verursachen können. Mechanisch stören sie die Verdauung, die Fortbewegung oder andere essenzielle Überlebensfunktionen. 

Eine weitere Schattenseite des Plastikmülls ist die Beeinträchtigung des Tourismus. Ein gutes Beispiel ist Sansibar. Im Jahre 2013 wurden dort zwischen 100 und 150 Mio. Tonnen Abfälle im Wasser gefunden, davon 60% Plastik. Viele der Abfälle sind auf den Meeresboden gesunken, aber 15% blieben an der Oberfläche oder wurden an den Strand gespült. Das hat viele Tourist*innen abgeschreckt.

Doch wo kommt das ganze Plastik eigentlich her? Ein Großteil des Plastikeintrag kann auf Flüsse Chinas, Indonesiens, Vietnams und der Philippinen zurückgeführt werden. Dies liegt an unsachgemäßer Entsorgung in Fabriken vor Ort, aber auch an den enormen Mengen an exportiertem Müll aus europäischen Ländern. 

Ein weiteres Problem sind weggeworfene oder verlorene Kunststoff-Fischernetze, sogenannte Geisternetze. Netze aus Nylon brauchen bis zu 600 Jahre, um sich zu zersetzen. Davon gelangen jährlich ca. 25.000 Stück unkontrolliert in die Meere. Eine weitere große Quelle von Müll im Nordpazifik sind außerdem Naturkatastrophen. Tsunamis befördern in kürzester Zeit riesige Mengen an Material in die Meere.

Aber auch im Alltag produzieren wir ständig Mikroplastik. Einen großen Teil des Mikroplastiks machen zum Beispiel Mikrofasern aus, die beim Waschen von Polyester-Textilien entstehen. Oder durch den Kunstrasen im Garten, dessen Gummigranulat in Norwegen zum Beispiel für jährlich ca. 3000 Tonnen Plastik in den Fjorden verantwortlich ist.

Doch es gibt noch Hoffnung! Weltweit gibt es inzwischen Projekte, Forscher*innen und Freiwillige, die sich das Einsammeln des kleinteiligen Plastiks in den Meeren zur Aufgabe gemacht haben. Darunter das Projekt Fishing For Litter der KIMO, die Organisation Sea Sheperd, das The Ocean Cleanup Projekt und das Projekt Final Straw.

Und auch im Kleinen kannst du einen Beitrag leisten, indem du weniger Plastikprodukte konsumierst. Häufig gibt es gute Alternativen, zu Plastikflasche, –tüte und Co. Stoffbeutel, Körbe oder Rucksäcke anstatt Plastiktüten zum Einkaufen zu verwenden, spart zum Beispiel Plastik und Geld. Auch Flaschen aus Glas, Edelstahl oder zumindest Pfandflaschen anstatt der Einweg-Plastikflaschen zu kaufen, macht einen Unterschied. Im Bad könnt ihr zum Beispiel die Plastikzahnbürste durch die Holz- oder Bambusvariante ersetzen und Shampoo und Duschgel nicht in der Flasche, sondern als Seife kaufen.

Heutzutage ist außerdem in fast jeden Haushaltsgeräten Plastik verbaut. Es hilft hier also schon, Geräte so lange es geht zu reparieren, anstatt sie wegzuschmeißen. Häufig reicht schon ein 5-minütiges Tutorial auf YouTube. Und wenn ihr nicht mehr weiter wisst, dann schaut doch mal, wo in eurer Nähe das nächste Repair-Café ist!

Wir sind also nicht alleine, im Kampf gegen die enorme Plastikflut und bei vielen Menschen ist der Wille zur Veränderung da!

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